Zu Gast in Ghana - Ksss
“Ksss. Ksss.”
Als ich dieses Geräusch das erste Mal in Ghana hörte, habe ich den Verkäufer, der es produzierte, mit dem gleichen entnervten Blick gestraft, den ich lästigen Wesen in Berlin zuwerfen würde, die „Ksss…Süße…“ für eine charmante Möglichkeit der Kontakaufnahme halten.
Mittlerweile bin ich mehr als froh, dass ich es bei dem Blick belassen habe und nicht noch, wie ich es in Deutschland vielleicht getan hätte, eine weniger freundliche Bemerkung in Richtung des Verkäufers gedonnert habe. „Ksss“ ist in Ghana nämlich ein ganz üblicher Weg, andere auf sich oder, im Falle des Verkäufers, auf die eigene Ware aufmerksam zu machen.
Wider Erwarten habe ich mich in den letzten Wochen selbst zu einer engagierten Nutzerin dieses Lautes entwickelt. Nicht, dass ich keine Bedenken mehr hätte, eine Kellnerin mit „Ksss“ anstatt mit einem zaghaften „Excuse me“ anzusprechen, aber manchmal bleibt einem kaum etwas anderes übrig. Denn ein höfliches Lächeln meinerseits wird zwar stets mit einem Lächeln erwidert, aber es führt nicht zwangsläufig zu einer Aufnahme meiner Bestellung. In einigen Fällen hätte es mich nicht einmal gewundert, wenn die Kellnerin einfach nur zurückgewunken hätte und dann einfach wieder, ohne ein Wort zu verlieren, in der Küche verschwunden wäre. Ein kurzes „Ksss“ beschleunigt den Bestellvorgang um einiges und wird scheinbar, im Gegensatz zum Gebrauch der linken Hand, die ich seit meiner Ankunft in Ghana verzweifelt versuche unter Kontrolle zu bringen, keineswegs als unhöflich empfunden.
Hjördis Hoffmann
Mai 31st, 2009 at 10:45
Ksss sehr gut. Werde ich mal anwenden.
Alle verfolgen deine Berichte und sind sehr begeistert.
Weiter so.
Juni 2nd, 2009 at 15:50
Ahahaha!!! Haste mir ja noch gar nicht erzählt - sehr gut - ich werde denen ab heute hier auch immer ganz freundlich mitteilen, dass ich nichts kaufen möchte!