Zu Gast in Ghana - Malariaprophylaxe

flagge1.jpgVor einer Reise nach Westafrika wird einem dringlichst zu einer Malariaprophylaxe geraten. So gehörte die Einnahme eines solchen Präparats ebenso zu den Reisevorbereitungen meines dreimonatigen Ghana Trips, wie die Gelbfieberimpfung. Doch Prophylaktikum ist hier nicht gleich Prophylaktikum. Nahezu die erste Frage, die mir in Ghana gestellt wurde, war: „Und? Nimmst Du Lariam?“ Die Bejahung wurde dann mit einem besorgten Gesicht und „Oh. Naja, gucken wir mal wie es Dir in einer Woche geht.“ beantwortet.

Ich muss gestehen, dass mich die aufgelisteten Nebenwirkungen von Medikamenten nie sonderlich beeindrucken und ich insgeheim davon ausgehe, dass diese nur für gebrechliche Menschen oder Hypochonder bestimmt sind. Da beides nicht auf mich zutrifft, habe ich mir auch bei dieser Malariaprophylaxe, die laut Packungsbeilage unter anderem paranoide Zustände und Verfolgungswahn hervorrufen kann, keine Sorgen gemacht. Als ich allerdings zwei Tage später die Übernachtung in einem Strandhaus in dem Örtchen Kokrobite damit verbrachte, aufrecht in meinem Bett zu sitzen und den Wind vor meinem Fenster für einen Mörder zu halten, der unaufhörlich „I´ll come and get you“ flüsterte, war der Entschluss die Tabletten abzusetzen doch recht schnell gefasst.

Zurück in Accra suchte ich dann die von meinem Institut empfohlene Ärztin auf, um mir ein anderes Medikament verschreiben zu lassen. Der Besuch bei Frau Dr. Ansafo-Mensah war schon ein kleines Erlebnis. Nachdem ich meinen Namen auf einen kleinen Zettel geschrieben hatte, kam eine nette Sprechstundenhilfe und maß mitten im Wartezimmer Blutdruck und Temperatur (unterm Arm, versteht sich). Das Fieberthermometer wurde dann, vor der Begegnung mit der Achselhöhle meines Sitznachbars, hygienischerweise mit einem Wattebausch abgewischt. Ja, lecker. Die Kommunikation zwischen Ärztin, Patienten und Sprechstundenhilfen erfolgte über Klingelzeichen. Einmal klingeln: Nächster Patient. Zweimal klingeln: Sprechstundenhilfe. Nach jedem „Einmal-Klingeln“ rückte man dann einen Stuhl weiter in Richtung Sprechzimmer. Zwischen Aufrücken und Warten konnte ich mir die Zeit damit vertreiben, die verschiedenen Plakate und Aufkleber zu studieren, die im Wartezimmer angebracht waren. Während ich mich fragte, was ich nun von der Kombination der Viagra-Werbung und dem daneben hängenden Verweis auf Safer Sex halten sollte, kniff mir die ganze Zeit ein niedliches, kleines Kind in den Arm und amüsierte sich königlich. Ja, schon witzig so eine weiße Frau. Zwei Stunden, ein paar Kniffe und „Einmal-Klingeln“ später bekam ich dann mein neues Medikament. Und obwohl ich den Arztbesuch wirklich ganz unterhaltsam fand, hoffe ich trotzdem, dass ich mich zukünftig wieder auf meine Nebenwirkungs-Resistenz verlassen kann.

Hjördis Hoffmann

4 Responses to “Zu Gast in Ghana - Malariaprophylaxe”

  1. JuLe Says:

    VOLL aufregend!!!!!!
    *schwärm

    .
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    und was die Paranoidität angeht.
    die wirst du nich los.
    ich bin ÜBERALL….
    ;P

    denk ganz viel an dich mein herzblatt!
    *KÜSSE

  2. momo57 Says:

    Prima jetzt steht dein Name ja auch da. Den letzten Artikel fand ich sehr spannend. Möchte ich ncit erleben.
    Bitte mehr Berichte

  3. Ingrid Berger Says:

    Hallo Hjördes!
    Bin wieder gut in Deutschland gelandet. Habe dich wie du siehst gefunden und mußte bei deinen Berichten natürlich schmunzeln! Wie gehts dir gesundheitlich?
    LG Ingrid

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